|
Alles über den Meister des
anspruchsvollen Trashfilms
|
|
Omega Doom
(Omega Doom)
|
 |
|
Bisheriger Mittelwert für diesen
Film:
2,6
von 10 Punkten |
|
 |
|
Wir haben uns ja langsam daran gewöhnt, daß Hollands Exportschlager
Rutger Hauer seine Karriere über Bord geworfen hat, und Filme nur
noch dreht, um, wie er selbst sagt, seine Miete zu bezahlen. Aber
daß er deswegen gleich unsere Geschmacksnerven ruinieren muß, ist
unverzeihlich!
Dabei ist die Grundidee gar nicht mal die schlechteste: Die
Menschheit ist nach einem Krieg gegen die Cyborgs ausgerottet, die
Welt wird nur noch von Maschinen bewohnt. Eine dieser Maschinen ist
Omega Doom, dessen Programm nach einem Kopfschuß Fehler
aufweist. Er gerät zwischen die Fronten eines Bandenkriegs zweier
verfeindeter Cyborgtruppen, und beginnt, sie gegeneinander
auszuspielen...
Filmfans sollten bereits die Parallelen zu Yojimbo, Für
eine handvoll Dollar und Last Man Standing erkannt haben!
Wie
Wie gesagt: Die Idee geht in Ordnung, aber die Umsetzung ist unter
aller Kanone!
Der in Rumänien gedrehte Streifen ist an Langeweile nicht zu
überbieten, die Effekte sind lausig. Besonders die fast schon
legendäre Szene, in der Hauer vor einer Blue Screen steht, und man
die Pixel um ihn herum zählen kann, oder der bis zum Hals
eingegrabene Norbert Weisser, der einen körperlosen Cyborg
darstellen soll, sind hier hervorzuheben. Action ist kaum vorhanden.
Es gibt gegen Mitte des Films ein westernähnliches Duell zwischen
Hauer und J. J. Zuhri: Sie beschiessen sich mit Wurfpfeilen (oder
was immer das darstellen soll), die billig einkopiert wurden. Das
Finale besteht aus einer kurzen Kickbox-Sequenz, wobei die Stuntmen
interessante Profile aufweisen, aber keine Ähnlichkeit mit den
Stars. Die meisten werden bis hierhin aber sowieso schon
abgeschaltet haben...
Die Dialoge sind zum steinerweichen blöd: Es wird philosophiert, was
die Fresse hergibt. Und das ist nicht nur nervig und langweilig,
sondern auch unnötig!
Das Allerschlimmste blieb uns (bisher?) zum Glück erspart: Das Ende
wurde offen gelassen! Bei einem guten Film würde ich jetzt nach
Fortsetzung schreien... in diesem Fall schreie ich nur meinen
Videothekar an!
 |
1 von 10 Punkten |
von Markus Köhler

|
Alberts Version des Klassikers Yojimbo kommt als für eine
Handvoll Dollar in Rumänien gedrehte, unterhaltsame
Last-Cyborg-Standing Endzeit-Vision daher. Allerdings sollte der
Verleih eine Warnung vor den Film setzen, daß er nicht für Zuschauer
geeignet ist, die ein großes Budget, explosive Action, oder
ausgefeilte Dialoge erwarten. Dieser Film hat nichts von alledem!
Wenn man allerdings einen der üblichen Pyun-Heuler erwartet, wird
man angenehm überrascht feststellen, daß die Handlung zwar
hanebüchener nicht sein könnte, der Film aber einen nicht zu
verachtenden Unterhaltungswert besitzt, den ich bei Schrott wie
Spitfire oder Kickboxer 4 beim besten Willen nicht
entdecken kann.
Für Pyun-Liebhaber sind vor allem die hochphilosophischen Dialoge,
die eigentlich an Lächerlichkeit kaum zu überbieten sind, und einem
Drehbuch des Meisters selbst entstammen, ein Fest! Nicht eine Minute
vergeht, ohne daß die nächste tiefschürfende Frage aufgeworfen wird.
Auch die Darsteller geben sich redlich Mühe, so hölzern wie möglich
zu agieren... man nimmt ihnen die Roboter tatsächlich ab! Oder war
das letztenendes gar nicht so gedacht? ;-)
Zugegeben: Die "Effekte" sind das Letzte! Vermutlich wurden sie am
PC eines rumänischen Statisten entworfen, der dafür einen Dollar
mehr Gage bekommen hat. Tiefpunkt ist hierbei die Bluescreen am
Anfang, wenn Rutger Hauer, alias Omega Doom, vor einer einkopierten
Atomexplosion, die vermutlich aus einem alten Dokumentarfilm stammt,
und mit einem Rotfilter versehen wurde, steht, und man deutlich die
Pixel aus der Computernachbearbeitung sehen kann. Aber auch Norbert
Weisser als Körperloser Cyborgkopf macht eine tricktechnisch
traurige Figur. Stellenweise hat man ihn einfach bis zum Hals
eingegraben, um sich die "teure" Nachbearbeitung zu sparen, oder
kurzerhand einer Schaufensterpuppe den Kopf abgeschnitten. Trotzdem
(oder gerade deshalb?) kommt während des Films eine angenehme
Trashstimmung auf. Sieht man den Film in der richtigen
Erwartungshaltung, ist er keine Sekunde langweilig.
Für anspruchslose Unterhaltung (und mit ein paar Bier) durchaus
empfehlenswert! Ich bin auf eine eventuelle Fortsetzung gespannt.
Leider ist aber Rutger Hauers 2-Filme-Vertrag mit Albert
(Insider-Gag) schon ausgelaufen, Albert müsste also auf einen
anderen Darsteller zurückgreifen. Mein Favorit hierfür wäre... Sue
Price ;-)
 |
5
von 10 Punkten |
von Kai Schmidt

|
Omega Doom
ist eine gut gemeinte, aber letztendlich schlecht durchdachte und
mies inszenierte Frechheit! Was soll dieser Film darstellen?
Parodie? Persiflage? Oder einfach nur eine Beleidigung des
Publikums? Unübersehbar sind, ähnlich wie in Albert Pyuns Mean
Guns - Knast ohne Gnade, die Parallelen zu einem
Westernklassiker Sergio Leones, in diesem Fall „Für eine Handvoll
Dollar“, von dem Albert Pyun nicht nur die Handlungsstruktur,
sondern auch einzelne Szenen übernommen hat. Gelang Walter Hill mit
„Last Man Standing“ eine glänzende Neuinterpretation des Stoffes, so
ist Omega Doom nur belanglos, nicht einmal ärgerlich, nur
belanglos. Und Rutger Hauer (Einer von den europäischen
Schauspielern, die ihre Chancen in Hollywood in den Sand gesetzt
haben!) hat leider nicht die Möglichkeiten von Clint Eastwood oder
Bruce Willis. Daß er dennoch über schauspielerische Qualitäten
verfügt, bewies er eindrucksvoll in Ridley Scotts „Blade Runner“. In
Omega Doom bleibt er jedoch weit hinter seinen Möglichkeiten
zurück. Also bitte: Lieber Nemesis 5 mit der gewohnten Sue
Price ... oder mit Chyna!!!
 |
2
von 10 Punkten |
von Armin Träger

|
|
|