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Vorwarnung: Ich bin ein riesiger Endzeitaction-Fan, deshalb bin
ich bei diesem Film voreingenommen.
Pyuns Meisterwerk "Cyborg" ist der mit Abstand beste Film, den
Albert bisher inszenierte. Die Story ist zwar, wie meistens, nicht
wichtig, aber hier gelang ihm etwas, was er später nur noch selten
schaffen sollte: Der Film hat Atmosphäre.
Der ganze Film ist von solch einer deprimierenden Hoffnungslosigkeit
durchzogen, daß einem Angst und Bange wird. Unterstützt wird das
Ganze durch Kevin Bassinsons monotonen, aber intensiven, Score. Wer,
wie ich, einmal Auszüge aus Tony Riparettis (Alberts Haus- und
Hofkomponist) Originalscore gehört hat, der kommt zwangsläufig zu
der Erkenntnis, daß der Streifen um einiges weicher geworden wäre.
Die Kulissen, in denen sich die Handlung abspielt, sind wundervoll
trostlos... alles ist kaputt, zerstört, oder sonstwie ramponiert.
Das harmoniert hervorragend mit den knüppelharten Actionszenen.
Besonders die Szene, in der Van Damme eine Bande Straßenräuber zu
ihren Ahnen schickt ist hervorzuheben. Der in einem Rohbau
ablaufende Fight ist von einer solchen Härte, daß man glaubt, selbst
die Schläge abzubekommen.
Überhaupt sind die Kämpfe für einen Van Damme Film ungewöhnlich
intensiv. Der obligatorische Spagat, ohne den man sich seine Filme
zur damaligen Zeit nicht vorstellen konnte, ist zwar vorhanden, aber
auf akrobatische Sprünge und Kicks wurde weitgehend verzichtet.
Dafür wird sehr viel gestochen, geschlitzt, und aufgespießt. Um
diese Fights visuell aufzuwerten verwendet Pyun extreme Zeitlupen,
Filter (besonders im Finale), und die von mir nicht sehr geschätzten
Wiederholungen einer Aktion aus verschiedenen Perspektiven.
Vincent Klyn ist die perfekte Verkörperung des emotionslosen Fender,
auch wenn er nicht für 5 Pfennig Talent besitzt! Seine kalten Augen,
die körperliche Statur, sowie die rauhe Stimme lassen keinen Zweifel
daran, daß er der Böse ist. Van Damme hingegen liefert seine
Standard-Heldenrolle ab, die er trotz fehlenden Könnens ganz gut
beherrscht.
Erstmals auf internationaler Ebene zu sehen ist Ex- Mister Universum
Ralph Möller, Rollenname: Brick Bardo! Er darf aber nur ein wenig
herumgrunzen, bevor er von Van Damme gemeuchelt wird.
Diesen atmosphärisch dichten, stellenweise ultraharten Actioner
empfehle ich jedem, der Lust hat, seine Aggressionen via Bildschirm
auszuleben.
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10 von 10 Punkten |
von Markus Köhler

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Bei Cyborg handelt es sich wohl um Pyuns
bekanntesten Film, was nicht zuletzt am Hauptdarsteller Jean-Claude
Van Damme liegen dürfte. Der kompromißlose Film ist in jeder
Videothek zu finden, und vielen Konsumenten ist nicht bewußt, daß
der Regisseur auch für "Gurken" wie Nemesis 4 oder
Spitfire verantwortlich ist. Das mag daran liegen, daß Pyun hier
in seiner Kreativität eingeschränkt war, und ein massentaugliches
Produkt abliefern musste. Das Endzeitspektakel ist mit keinem
anderen Werk Pyuns vergleichbar. Zwar strotzt der Film vor Symbolik
(z.B. die Kreuzigung und "Wiederauferstehung" Gibsons), die
geliebten philosophischen Dialoge halten sich aber stark in Grenzen.
Das Hauptaugenmerk liegt darin, den damals aufstrebenden Actionstar
Van Damme in knallharten Kämpfen ins rechte Licht zu rücken. Zwar
wurde der Film mit merklich wenig Geld heruntergekurbelt, aber
besonders das in verregneter Nacht stattfindende Finale wird durch
die gute Kameraarbeit hervorragend in Szene gesetzt. Die beiden
Hauptdarsteller Vincent Klyn (wunderbar diabolisch, und von Grund
auf böse) und Jean-Claude Van Damme (in den Kampfszenen überzeugend,
ansonsten nervt sein Dackelblick etwas) geben gute Gegner ab, und
bekämpfen sich bis aufs Blut.
Es spricht für Pyun, daß Cyborg bis heute zu Van
Dammes besten Filmen zählt, und das trotz dem in letzter Zeit
gestiegenen Budget (wobei Van Dammes letzte Werke allerdings wieder
günstig gedrehte Videopremieren waren)!
Obwohl ich immer noch Nemesis für Pyuns besten Film halte,
gewinnt er nur mit hauchdünnem Vorsprung! Cyborg
ist Pflichtwerk für alle Actionfans, und immer wieder für einen
Videoabend gut. Vorsicht allerdings bei den Fernsehfassungen!!! Dort
läuft der Film (ohne Werbung) meistens noch 59 Minuten, und ist um
wichtige Szenen gekürzt, die sehr zum Verständnis beitragen.
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10
von 10 Punkten |
von Kai Schmidt

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